Industrieroboter
Industrieroboter sind individuell programmierte Maschinen zur Bearbeitung und Fertigung von verschiedenen Materialien.
Der Industrieroboter wurde erstmalig in Amerika im Jahre 1954 entwickelt und zwei Jahre später wurde die erste Firma für Industrieroboter ins Leben gerufen. Allerdings hatten die ersten Industrieroboter noch eine mechanische Steuerungseinheit. Ende der siebziger Jahre waren dann alle Industrieroboter mit der damals neuartigen Mikroprozessorsteuerung ausgestattet.
Der Industrieroboter für die Autoindustrie kam erstmalig 1967 zum Einsatz und ist aus der heutigen Fertigung bei Automobilen nicht mehr wegzudenken, da die Industrieroboter mit viel größerer Präzision und vor allem ohne Unterbrechung am Auto arbeiten können. Zudem sind die Industrieroboter sehr wartungsarm.
Industrieroboter werden auf Grund der bauartbedingten Kinematik in zwei Gruppen unterteilt: Industrieroboter mit serieller Kinematik oder mit paralleler Kinematik.
Zu den Industrierobotern mit serieller Kinematik zählen sämtliche Ausführungen von Gelenkarmrobotern sowie die 5- oder 6- Arm Roboter und die Palettierroboter. Ebenfalls zu dieser Gruppierung zählt noch der Portalroboter, welcher zu vergleichen ist mit einem Verladekran. Einsatzbedingt kann sich am Portalkran zudem noch eine Greifervorrichtung befinden.
Bei den Industrierobotern mit paralleler Kinematik ist besonders der Hexapod- Roboter zu erwähnen, welcher mit sechs Linearachsen ausgestattet ist. Diese Art Roboter wird häufig als spezieller Simulator verwendet. Die zweite Sorte mit serieller Kinematik sind die Delta- Roboter, welche mit drei fest montierten Rotationsachsen zur räumlichen Führung der Arbeitsplattform ausgestattet ist.
Eines der entscheidensten Merkmale bei Industrierobotern ist die Traglast, also die Masse, welche am äußersten Ende des Arms bewegt werden kann. Hier sind mittlerweile Massen bis zu 1000 Kilogramm möglich. Aber auch kleinere Geräte wie Beamer können von Robotern gefertigt werden.
Das Herzstück eines Industrieroboters ist die Steuerung, welche je nach Einsatzgebiet vorprogrammiert werden muss. Das nächste Bestandteil ist der Antrieb, welcher die einzelnen Teile der Kinematik bewegt. Der Antrieb besitzt einen Motor und ein Getriebe. Die Bewegung des Antriebs kann sowohl elektrisch als auch hydraulisch oder pneumatisch erfolgen.
Der nächste wichtige Bestandteil eines Industrieroboters ist die innere Sensorik. Sie liefert Informationen über Zustand und Stellung der Kinematik und wird als Abgleich verwendet.
Die Kinematik realisiert die von der Steuerung eingegebenen und vom Antrieb durchgeführten Bewegungen auf das Werkstück. Die Kinematik besteht aus den baulich verfügbaren Achsen. Um jeden Punkt im Umfeld des Industrieroboters zu erreichen, bedarf es mindestens drei Achsen.
Durch Einführung von Industrierobotern ist die Arbeitsproduktivität und die Qualität der Produkte um ein Vielfaches angestiegen. Das liegt auch daran, dass der "Störfaktor" Mensch hier auf ein minimum beschränkt werden kann.
Es ist zwar immer noch nötig, dass die Maschinen und Roboter gewartet, kontrolliert und die notwendigen Steuerungsprogramme programmiert werden aber die Fertigung der Endprodukte geschieht vollautomatisch und Rund um die Uhr. Es sind keine Ruhepausen nötig, es besteht kein Grund für eine Private Kasse - Maschinen werden nie krank - und einzig für eine Wartung oder Inspektion muss die Produktion kurzzeitig angehalten werden.