Textilmaschinen


Die Auftragslage war schon seit jeher sehr unstet und turbulent, denn die deutsche Textilmaschinen-Branche fertigt ihre Produkte fast ausschließlich für ausländische Textilbetriebe. Keine weitere Maschinenbausparte ist mit 95% derart Exportorientiert. So gab es 1998 einen steilen Abwärtstrend und bereits im Jahr darauf ging es mit den Aufträgen wieder rasant um 50% nach oben bei einem nationalen Produktionsvolumen von damals 3,5 Milliarden Euro. Auch danach konnte man zufrieden auf wachsende Absatzmärkte bauen. In den Jahren 2003 und 2004 beliefen sich allein die Ausfuhren nach China, Hauptabnehmer deutscher Textilmaschinen für Stoffe, auf über eine Milliarde Euro.

Trotz anhaltendem Auftragsplus waren deutsche Textiltechnologen allerdings bereits seit Anfang dieses Jahrzehnts in Habachtstellung: Man hatte sehenden Auges die zunehmend bessere Qualität der in den jeweiligen Ländern von einheimischen Firmen kopierten Textilmaschinen hinnehmen müssen. Oft brachen bei den von Kopien betroffenen deutschen Firmen die Aufträge trotz der ansonsten guten Wirtschaftslage um bis zu 50-60% ein. Patente allein um z.B. T-Shirt bedrucken zu können nützen da wenig. Geheimhaltung ist nur dann einigermaßen gewährleistet, wenn die Produktion hier im Inland stattfindet. Zudem geht vielen ausländischen Kopierern zumindest vorübergehend die Puste aus, wenn sie auf einen hochinnovativen Markt treffen, der technische Finessen bietet, um damit letztlich die Produktionskosten der Textilhersteller - sprich: der Kunden - zu senken.

China, das viel umworbene Absatzland für den Textilmaschinenbau, war neben den diversen Kopierschutzverletzungen auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht bereits 2007 ein unzuverlässiger Wackelkandidat: kleine und mittlere Textilunternehmen und auch die ein oder andere Textildruckerei sind massenhaft vom Markt verschwunden nachdem der Ölpreis stark angestiegen war. Darüber hinaus wurden in China neue Arbeitsschutzrichtlinien erlassen, die die Lohnstückkosten dort in bislang nicht bekannte Höhen trieben. Den Todessturz versetzten vielen chinesischen Unterwäsche Textilbetrieben dann die Währungsaufwertung des Renminbi und der starke Nachfragerückgang der Textilhändler in den USA. Dieser Dominoeffekt verstärkte sich rasant im letzten Jahr.

Was folgte daraus für den deutschen Textilmaschinenmarkt in 2008? Bis zu 42% der Aufträge brachen weg, ein Schleudertrauma sondergleichen.
Einige Firmen ließen im letzten Monat mitteilen, dass Maßnahmen wie Kurzarbeit in Europa und Nordamerika sowie ein weltweiter Stellenabbau, sowohl für Temporäre als auch für Festangestellte, beschleunigt umgesetzt werden würden. Durch diese Gehaltseinbrüche für Arbeitnehmer und sogar die drohende Arbeitslosigkeit ist beispielsweise ein Pflegeversicherungsvergleich wichtiger denn jeh.